Hemberger: “Casino-Sanierung nicht vereinbart”

Jun 23rd, 2010 | By admin | Category: Offizierscasino, Top News

"Nur die Sicherung" sei mit dem Denkmalschutzamt vereinbart worden, sagt Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler). (Foto: Berlin-foto-event.de, 03/2010)

Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler) dämpft die durch Äußerungen des Denkmalschutzamtes geweckten Erwartungen an eine Sanierung des Casinos.  “Wenn überhaupt, geht es nur darum, das Gebäude zu sichern”, sagte er am Mittwoch (23.06.2010). In dem Schreiben der Unteren Denkmalschutzbehörde zur Casino-Sanierung “sind tausend Einschränkungen drin”, betonte er.

Die Untere Denkmalschutzbehörde war in dieser Beziehung viel konkreter: “Der Festsaal des Casinos und die anliegenden Räume sind zu schützen, zu sichern und so wieder her zu stellen, dass sie wieder für Gemeindezwecke genutzt werden können”, hatte zuvor der Pressesprecher des Havellandes, Erik Nagel nach einem Gespräch mit dem Sachgebietsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, Dr. Ulrich Wanke am 17.06.2010 gesagt.

Die Sanierung “ist mit dem Denkmalschutzamt nicht vereinbart”, sagte nun Hemberger. “Erst muss die Klärung der Kosten erfolgen”, so der Bürgermeister. Wenn das Gebäude denkmalschutzgerecht zu sanieren sei, dann müsse die Frage der Finanzierung geklärt werden. Wenn die Finanzierung nicht möglich sei, werde es nur gesichert. “Aber das sind alles ungelegte Eier”, betonte er.

Der  Bitte, Einsicht in das Dokument des Denkmalschutzamtes zu gewähren, wollte Hemberger zunächst nicht statt geben. “Das sind interne Dokumente der Verwaltung”, blockte er ab. Erst nach Hinweis auf das Akteneinsichts- und Informationszugangsgesetz (AIG) kündigte er an, innerhalb der nächsten Woche “Einsicht” in das Dokument zu gewähren.

Untersuchungen für 35.000 Euro nur der Anfang einer Gutachtenreihe

Hemberger erklärte,  es seien ein Tragwerksplaner, ein Holzschutzplaner und ein Architekt beauftragt worden. “Ich glaube, sie waren bereits vor Ort, sie haben angefangen”, meinte er. Für die ersten Gutachten seien rund 35.000 Euro bereit gestellt worden. Im September würden die “ersten Ergebnisse” vorgestellt werden können. “Wir werden dann eine grobe Kostenschätzung haben, was die Instantsetzung des Saales und des Quer- sowie des Längsanbaus kostet”, sagte Hemberger. Das verfallende Gebäude, an dessen Obergeschoss bereits Wandteile aufgebrochen sind und herabzustürzen drohen, werde nicht untersucht. Abhängig von den Ergebnissen der Gutachten würden dann eventuell weitere in Auftrag gegeben, um die eventuellen Sanierungskosten zu präzisieren.

Nach der ersten Untersuchung würden – wenn der Zustand nicht “absolut katastrophal”  sei und nicht mehr denkmalschutzgerecht saniert werden könnte – weitere, detaillierter Untersuchungen folgen.

Bauzaun auf Hembergers Initiative um Nebengebäude aufgestellt

Hemberger sagte, der zwischen baufälligem Casino-Nebengebäudes und angrenzender Kita errichtete  Bauzaun mit der Folie sei auf seine Anordnung dort hingestellt worden.  “Das Bauordnungsamt in Nauen sah dazu keine Notwendigkeit”, so Hemberger. “Ich möchte im Kinderbereich nach Möglichkeit 1000prozentig Gefahren ausschließen”, sagte Hemberger.  “Es  könnte ja rein theoretisch und unglücklich ein Steinchen hochspritzen und rüberfliegen – und dort steht jemand und bekommt das ab”, sagte der Bürgermeister. “Ich will da kein Risiko eingehen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gleich Null ist.”

Ob die Erneuerung des Zaunes rund um das Casino auf Gemeinde-eigenen Antrieb oder nach einer Anordnung des Bauordnungsamtes erfolgte, konnte Hemberger nicht sagen. “Wir machen das in der Regel selber”, sagte er. Der Zaun war jedoch lange Zeit an vielen Stellen herunter getreten und erst Mitte Mai wieder in Stand gesetzt worden.

(ppw)

Schreiben Sie einen Kommentar! Danke!