“Wir wollen die Menschen zusammenbringen” – Interview mit den Kulturtage-Initiatoren
Jun 6th, 2010 | By admin | Category: Dallgower KulturtageWarum eigentlich Kulturtage? Doreen Büttner und Andreas Krüger, die beiden Initiatoren der Kulturtage, geben Antworten.
· Wie kamt Ihr auf die Idee zu den Kulturtagen?
Doreen Büttner: Ich hatte schon länger die Idee, auch in Dallgow eine größere Kunstaktion durchzuführen. 2005 und 2009 hatte ich mich bereits mit kleineren Ausstellungen am Tag des Denkmals beteiligt. Bei Andreas Krüger war es ähnlich. Der Gedanke war, Kunstschaffende aus unserem Ort für die Anwohner zusammen zu bringen. Aber wo waren diese und was könnte man machen? Als sich nach einer Anfrage bei dem Besitzer der Villen herausstellte, dass die Gebäude für so eine Aktion genutzt werden könnten, war die Idee geboren. Andreas und ich setzten uns zusammen und das grobe Konzept stand.
Andreas Krüger: Wir wollten es offen gestalten – wir wollten wissen, welche Künstler gibt es in Dallgow. Es gibt ja dafür keine Plattform, keine Community. Wir wussten, dass Künstler in Dallgow und Seeburg in anderen Gemeinden oder in Berlin tätig sind und dort ausstellen und dort ihre Werkstätten haben. Aber wir wollten auch Künstler im Umland und in den Nachbargemeinden ansprechen. Ein ganz wichtiges Ziel für uns ist dabei, auch die Menschen in Dallgow zusammen zubringen. Und es sollte kostenlos sein.
· Eure Motivation zu dem Projekt. Gibt es Vorbilder?
Das Havelland selbst ist dafür selbst das beste Beispiel. In vielen Dörfern entstehen Veranstaltungsorte und es entsteht dort Platz für Kultur. Ein Beispiel dafür ist die Ribbecker-Sommernacht. Warum sollte es nicht auch einmal im Jahr möglich sein, in Dallgow Kultur in so einer Größenordnung zu bieten? Es geht um die Menschen in diesem Ort, um alle Schichten.
Durch die Teilnahme der vielen unbekannten Dallgower Künstler konnte hier eine Lücke geschlossen werden. Schön ist, das wirklich Jung und Alt zusammenkommen, ob
es nun die jungen Sprayer sind oder der alte Mann von nebenan, der jahrelang malt und sich jetzt der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Vielleicht schafft so eine Veranstaltung für
Dallgow auch eine Art Gemeinschaftssinn, da hier so viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen.
· Wie waren die Reaktionen auf Eure Idee?
Durchaus positiv. Ich habe bisher keine einzige negative Reaktionen erhalten.
· Aber es gibt doch immer Stimmen, die aufmunternd sagen, „das wird nie etwas“?
Zweifel hat man natürlich, wenn man mittendrin merkt, wieviel Arbeit hinter einem solchen Projekt steckt. Gäbe es GukDa nicht, wären wir sicherlich schon untergegangen. Nur durch die vielen engagierten Mitglieder des Vereins, Sponsoren und sonstigen Helfer ist so eine Veranstaltung für Dallgow möglich geworden.
· Wart Ihr immer sicher, dass alles klappen würde oder gab es auch Phasen, in denen Ihr meintet, Ihr hättet Euch übernommen?
Neben Beruf und Familie ist das Ganze für alle eine große Herausforderung. Ich denke eher positiv und was wir in diesem Jahr vielleicht noch falsch gemacht haben, wird bestimmt im nächsten Jahr besser laufen.
· Und, habt Ihr erreicht, was Ihr wolltet?
Auf jeden Fall: Dallgow ist nun kein weißer Fleck mehr auf der Kulturlandkarte.
· Was plant Ihr für die Zukunft?
Nächstes Jahr gibt es hoffentlich die Kulturtage 2011.
· Aber wo sollen die dann statt finden? Im Offizierscasino kann es ja noch nicht sein.
Wir müssen schauen. Falls uns die beiden Villen im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen, wird es schwer, einen geeigneten Ort in der Gemeinde zu finden. Der beste Ort für Austellungen und Konzerte wäre natürlich das Casino. Deswegen setzen wir uns weiter für dessen Erhalt ein.

